Öle und Fette

von Sonja Stammer

Hochwertige Öle und Fette erfüllen in der Fütterung des Hundes wichtige Aufgaben und unterstützen die Gesundheit des Hundes auf vielfältigem Weg. Gerade im Kampf gegen Entzündungen und Allergien können sich hochwertige Öle sehr positiv auswirken.   

 

 

 

 

Was ist der Unterschied zwischen Fett und Öl? 

Die Antwort auf diese Frage ist ein wenig banal und überraschend. Je nachdem, ob die Substanz bei Raumtemperatur fest oder flüssig ist, spricht man von Fett oder Öl. Beispiel: Fett: Lammfett, Butter, Kokosfett Öl: Lachsöl, Leinöl, Hanföl 

Öle und Fette haben unterschiedliche Aufgaben in der Ernährung unserer Hunde.  

Fette sind Kalorienlieferanten. Hat der Hund einen hohen Kalorienbedarf, kann zusätzliches Fett gefüttert werden. Der Vorteil hierin ist, dass ein hoher Kaloriengehalt, bei kleiner Menge gefüttert wird, die leicht verdaulich ist. Pflanzliche Kalorienlieferanten, wie Kartoffeln können so eingespart werden, was sich positiv auf den Blutzuckerspiegel, die Darmflora und die Verdauung auswirkt. Die Fettmenge sollte nur sehr langsam gesteigert werden, damit sich die Verdauung daran anpassen kann. 

Fette, die sich besonders gut zur Fütterung bei einem erhöhten Kalorienbedarf eignen sind: Pferdefett und Schaffett. Sie werden oft in Pumpflaschen angeboten und erleichtern so die Dosierung. Aber auch Fettabschnitte jeder anderen Tierart sind als Tiefkühlware zu bekommen und eignen sich, je nach Verträglichkeit, zur kalorienreichen Fütterung des Hundes. 

 

Kokosfett:
Kokosfett ist meist unter der Bezeichnung Kokosöl bekannt. Da es aber bei Raumtemperatur eine feste Konsistenz hat, zählt es zu den Fetten. Kokosfett besteht zum großen Teil aus gesättigten Fettsäuren und ist damit ein idealer Energielieferant für den Hund. Das Fett der Kokosnuss enthält Laurin-, Caprin- und Caprylsäure, die in Magen und Darm eine antibakterielle und antivirale Wirkung entfalten. Kokosöl unterstützt das Immunsystem. Kokosöl kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Im Fell verteilt soll es Zecken, Läuse und Flöhe abwehren. Auf die Pfoten aufgetragen, schützt es vor Witterungseinflüssen und somit vor Verletzungen. 

  

Öle sollen den Körper mit essenziellen Fettsäuren versorgen. Das sind Fettsäuren, die der Körper nicht selber herstellen kann. Je flüssiger ein Öl ist, umso mehr ungesättigte Fettsäuren enthält es. Für unsere Hunde essenziell sind: Linolsäure (eine Omega-6-Fettsäure) alpha-Linolensäure (eine Omega-3-Fettsäure) 

Durch die Fleischfütterung ist der Bedarf an Linolsäure in der Regel ausreichend gedeckt. In Ausnahmefällen, wenn sehr fettarm gefüttert wird kann es zu einer Unterversorgung kommen. Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäuren) dagegen muss täglich dem Futter zugeführt werden. 

Welche Öle eignen sich für die Fütterung unserer Hunde: 

 

Schwarzkümmel Öl enthält eine Vielzahl an essenziellen Fettsäuren; hat aber keinen hohen Omega-3 Fettsäuregehalt. Der liegt gerade bei 1%. (Zum Vergleich Leinöl hat 49% Omega-3-Fettsäuren). Trotzdem ist Schwarzkümmel Öl ein wichtiges Öl in der Ernährung unserer Hunde, da es vielfältige positive Effekte für die Gesundheit hat: 

• unterstützt das Immunsystem 

• hat einen positiven Effekt auf die Atmung 

• kann bei Allergien helfen, da es die Histaminausschüttung verlangsamt 

• kann bei Epilepsie die Anfallhäufigkeit verringern 

• hat eine entzündungshemmende Wirkung, was sich positiv auf rheumatische und arthritische Erkrankungen auswirkt 

• soll Zecken und andere Lästlinge (Mücken, Motten, Flöhe) abhalten. 

 

Doch Achtung! Schwarzkümmel Öl enthält ätherische Öle, diese können bei zu hoher Dosierung die Leber schädigen. Sollte der Hund bereits Leberprobleme haben oder die Hündin trächtig sein, dann bitte keine Gabe von Schwarzkümmel Öl. Katzen können die im Schwarzkümmelöl enthaltenen Terpene nicht abbauen, da ihnen das Enzym dazu fehlt. Also, niemals Schwarzkümmelöl an Katzen verfüttern. 

Dosierung: Innere Anwendung: 1mg Schwarzkümmelöl pro 10 kg Körpergewicht Kleiner Hund: 1-2 Tropfen pro Tag Mittlerer Hund: 3-6 Tropfen pro Tag Großer Hund: 7-8 Tropfen pro Tag Äußere Anwendung: 4-5 Tropfen in den Nacken des Hundes

 

Lachsöl – Omega-3-Lieferant Dieses Öl ist reich an den wichtigen essentiellen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, und hat ein gutes Verhältnis von Omega 3: Omega 6 Fettsäuren. Die ungesättigten Fettsäuren wirken entzündungshemmend, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, senken den Cholesterinspiegel und können Herzerkrankungen vorbeugen. Lachsöl wirkt positiv bei Haut- und Fellproblemen und stärkt das Immunsystem. 

 

Nachtkerzenöl hilft sehr gut gegen Allergien und stärkt das Immunsystem. Es unterstützt die Behandlung von Juckreiz, Haut- und Ohrenentzündungen, Neurodermitis, trockener Haut, schuppiger Haut, Allergien und Wundbehandlungen, lässt raue Stellen verschwinden und fördert das Zellwachstum und die Zellregeneration. Außerdem enthält es wichtige Aminosäuren und Mineralien sowie Vitamine, darunter auch Vitamin E. Es enthält mehr Omega-6- als Omega-3-Fettsäuren und ist somit kein guter Omega-3 Lieferant. Dosierungsempfehlung ca. 2-3 Tropfen pro 5 kg Körpergewicht! 

 

Hanföl – Omega 3 Lieferant Hanföl hat einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren liegt bei 1:3, damit ist Hanföl ein guter Omega-3-Fettsäure Lieferant 

 

Leinöl – Omega 3 Lieferant Leinöl ist ein Pflanzenöl, das aus Leinsamen, den reifen Samen von Flachs, gewonnen wird. Es besteht zu ca. 50% aus Linolensäure, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren. Das macht Leinöl zu einem der besten Omega-3-Fettsäure Lieferanten. Leinöl enthält auch Phytohormone = Lignane (sekundäre Pflanzenstoffe), welche eine antikarzinogene Wirkung besitzen. Des Weiteren hat es eine entzündungshemmende Wirkung auf Schäden innerhalb des Magen-Darm-Traktes oder an der Haut. 

 

Borretschöl wird aus den Samen der Borretschpflanze hergestellt. Es enthält einen hohen Anteil Gammalinolensäure (GLS). GLS ist ein wichtiger Bestandteil der Haut und dient als Vorstufe für die Bildung wichtiger Gewebshormone. Borretschöl besitzt entzündungshemmende und juckreizmindernde Eigenschaften, senkt den Blutdruck, kann Ekzeme lindern und vermindert abnorme Zellentwicklung (Krebs). Borretschöl hat einen Anteil von 20 – 24 Prozent Gammalinolensäure, mehr als jedes andere Öl. Allerdings eignet es sich nicht als Omega-3-Fettsäure Lieferant, da der Anteil an Omega-6-Fettsäuren überwiegt. 

Dosierung: kleine Hunde ½ Tl mittlere Hunde 1Tl große Hunde 1 ½ Tl 

 

Lebertran: Lebertran wird aus der Leber von Fischen (z. B. Dorsch) gewonnen. Er enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren und besonders hohe Mengen Vitamin A und D sowie Jod, Phosphor und Vitamin E. Lebertran darf nicht überdosiert werden, da die fettlöslichen Vitamine A und D bei zu hohen Verzehrmengen toxisch sein können. Vitamin A ist nur in tierischen Lebensmitteln zu finden. Es beeinflusst die Sehkraft, stärkt das Immunsystem, reguliert das Wachstum und den Aufbau von Haut, Lymphgefäßen, Geschlechtszellen, Zähnen und Knochen. 

Vitamin D wird vom Körper nicht selber gebildet und muss daher zugeführt werden. Vitamin D ist wichtig, damit der Körper Calcium und Phosphor aufnehmen kann. Diese beiden Stoffe sorgen für ein stabiles und belastbares Skelett/Knochenaufbau sowie einer Festigkeit der Zähne. Es fördert die Energiegewinnung im Körper und ist für den Wachstum des Nervensystems wichtig. 

Unterstützt den Knochenaufbau, das Haarkleid, Haut und Gelenke. Besonders Vitamin D ist für den Zahn- und Knochenaufbau sehr wichtig. 

Dosierung: Am besten als Kur über 4-6 Wochen 

Kleine Hunde ½ TL 2x pro Woche Mittlere Hunde 1 TL 2x pro Woche Großer Hund 2 TL 2x pro Woche Große Hunde 1 ½ TL pro Tag Bei Fertigfutter erst darauf achten, ob bereits Vitamin A u. D zugesetzt wurde, sonst kann es zu einer Überversorgung kommen. Auch bei Hunden, die zusätzlich mit Leber gefüttert werden, Vorsicht vor einer Überversorgung.

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